Hochzeit Dortmund 05.09.2014

Der 05.09.2015 sollte also unser Termin für die standesamtliche Hochzeit sein. 11:00 Uhr

 

An alles kann man sich im Nachhinein gar nicht erinnern. Das ist wohl der Aufregung geschuldet.

Leider ging der Tag auch viel zu schnell rum. Aber hier eine kurze Zusammenfassung des Tages.

 

7:00 Uhr – Der Wecker des Brautpaares klingelt.

7:30 Uhr – Frühstück – mit Nervosität etwas schwierig.

8:00 Uhr – Vorbereitungen. Duschen, Schuhe putzen, anziehen. Ablenkung durch Tier-Reportage auf 3sat. Thema: Ameisen. Mehr weiss ich nicht mehr.

8.30 Uhr – Braut Sarah und Bräutigam Daniel verabschieden sich. Sarah macht sich in feinem Zwirn auf den Weg. Mit dem Bus(!) geht es in die Aplerbecker Innenstadt. Aplerbecker Apfelmarkt: Ersatzhaltestelle. Einige Meter mehr zu Fuß zwischen Schülern und Rentnern bis zum Nagelstudio und Kosmetik Knauer, wo dann Make-up und Haare gemacht werden. Meine liebe Trauzeugin Christina steht mir bei.

8:30 Uhr – auch der Bräutigam Daniel bereitet sich vor. Schwester Susanne und zukünftiger Schwager Christopher frühstücken mit Daniel, Bräutigam wird zurechtgerückt

10:15 Uhr – Sarah und Trauzeugin Christina verlassen das Nagelstudio und Kosmetik Knauer. Die Abfahrt aus der 4. Etage hat mich schon Wochen vorher beschäftigt: was, wenn der Aufzug stecken bleibt und ich meine eigene Trauung verpasse? Schon Wochen vorher wurde in einer Testreihe der Handyempfang überprüft – voller Empfang! Vor dem Standesamt warten schon Mama, Gabi und Renate, die als Schornsteinfeger verkleidet ist. Small Talk zwischen Fahrgeschäften und Jahrmarktbuden. Der Apfelmarkt wird aufgebaut.

 

10:30 Uhr – Daniel, Susanne und Christopher erscheinen. Erleichterung. Fotografin Anna steht in den Startlöchern und schießt sich warm:

Hier einige Fotos. Beim Klick auf jedes einzelne könnt ihr es in einer Galerie anschauen und euch durchklicken. Das ist nur eine kleine Auswahl der Fotos, alle weiteren findet Ihr hier.

 

 

ab 10:30 Uhr – geht alles ganz schnell: Fotos mit den bereits erschienenen Gästen, Familie, Freunde, Arbeitskolleginnen und – kollegen. Überpünktlich macht sich die gesamte Gesellschaft auf den Weg ins Standesamt. Auf dem Weg in die erste Etage begegnet und ein weiteres glückliches Hochzeitspaar und die Queen – mindestens. Rotes Kleid, silberne Locken, roter Hut.

 

Sarah, Daniel und Christina und Susanne stellen sich bei der Standesbeamtin vor. Letzte Formalitäten.

 

Dann geht es endlich los. Im Saal nehmen alle Gäste ihre Plätze ein. Da noch Zeit ist und die letzten Gäste eintrudeln, warten alle ungeduldig auf ihren Plätzen.

 

Die Standesbeamtin hat noch keine 3 Sätze gesprochen, da kullern schon die ersten Freudentränen.

 

Mit unserer Standesbeamtin hatten wir wirklich Glück. Anfangs etwas streng, wurde sie – wie die Hochzeitsgesellschaft auch – mit der Zeit immer entspannter. Wir kannten sie übrigens vorher nicht und trotzdem hat sie genau unseren Geschmack getroffen.

Leider kann ich mich auch da an nicht alles erinnern – die Hochzeitsdemenz. Im Laufe der Trauung hat sie 3 Geschichten bzw. Gedichte vorgetragen. Zwei von ihnen fallen mir noch ein und möchte ich hier auch noch einmal zu lesen geben. Wem der dritte Text einfällt, darf uns in den Kommentaren gern auf die Sprünge helfen.

Vor langer Zeit existierte einmal eine wunderschöne, kleine Insel. Auf dieser Insel waren alle Gefühle der Menschen zu Hause: Der Humor und die gute Laune, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und das Wissen und all die vielen anderen Gefühle. Natürlich lebte auch die Liebe dort.
Eines Tages wurde den Gefühlen jedoch überraschend mitgeteilt, dass die Insel sinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten, denn sie hing sehr an ihrer Insel.
Bevor die Insel sank, bat die Liebe die anderen um Hilfe.
Als der Reichtum auf einem sehr luxuriösen Schiff die Insel verließ, fragte ihn die Liebe: „Reichtum, kannst du mich mitnehmen?“
„Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich.“
Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam. „Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?“
„Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen“, antwortete der Stolz, „hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen.“
Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: „Traurigkeit, bitte nimm du mich mit.“
„Oh Liebe“, sagte die Traurigkeit, „ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.“
Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief.
Plötzlich aber rief eine Stimme: „Komm Liebe, ich nehme dich mit.“
Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie ganz und gar vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen.
Später fragte die Liebe das Wissen: „Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?“
„Ja sicher“, antwortete das Wissen, „das war die Zeit.“
„Die Zeit?“ fragte die Liebe erstaunt, „Warum hat mir die Zeit denn geholfen?“
Und das Wissen antwortete: „Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.“
Verfasser leider unbekannt

 

Es folgten, das Ja-Wort, der Hochzeitskuss, Unterschriften und der Ringe-Tausch. Gefühlt dauerte das alles nur wenige Sekunden. Eigentlich schade, dass der Moment so schnell vergeht. Deshalb folgen hierzu auch nur ein paar Fotos. Die sprechen schließlich auch für sich.

 

 

 

Abgeschlossen wurde die Zeremonie mit dem Gedicht „Ich wünsche Dir Zeit“ von Elli Michler. Unsere Standesbeamtin hatte es natürlich etwas abgewandelt und alles in das förmliche „Sie“ geändert.

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.
Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.
Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.
Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!
Elli Michler

Nach der Trauung gab es noch ein paar Fotos von uns mit allen Gästen. Anschließend gab es ein paar Häppchen, ein kleines Beisammensein mit allen. Die richtige Feier sollte jedoch noch folgen.

 

13:00 Uhr – Die Hochzeitsgesellschaft läuft durch das Kaufland um zum Parkhaus zu gelangen. Ich glaube die shoppenden Leute an den Kassen haben etwas verdutzt geguckt, als Schornsteinfegerin und Hochzeitsgesellschaft aufgebrezelt und bester Laune zu den Autos zurückkehrt.

13:10 Uhr – zu Hause angekommen noch Smalltalk mit Dirk und Sandra. Erste Geschenke anschauen, dann verabschieden bis zum Abend

14:30 Uhr – das Brautpaar macht sich frisch, packt die letzten Teile in die Koffer und reist mit Sack und Pack und Koffern und Brautkleid ab Richtung Hamburg. Leider Stau auf der Strecke – naja, Freitag Nachmittag. Auch unsere Gäste quälen sich durch den Wochenende-Verkehr.

18:30 Uhr – Ankunft im Hotel Lindner Hagenbeck – unserem Hochzeitshotel. Kurze Pause, die uns zur Verfügung gestellte Hochzeitssuite begutachtet, dann ging es schon wieder weiter: erste Gäste in der Lobby begrüßen, ein nettes Beisammensein bei kalten Getränken sowie einem gemeinsamen Abendessen.

Damit alle am nächsten Tag fit sind, geht es relativ früh auf die Zimmer. Schließlich soll am nächsten Tag die große Hochzeitsfeier beginnen.

 

Noch mehr Fotos vom Tag findet Ihr hier in unserer Fotogalerie!